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Karriereentscheidungen gelassen treffen

Sie haben ein attraktives Angebot für eine neue Führungsposition bekommen? Sie überlegen, eine zusätzliche Ausbildung zu machen? Viele Menschen wissen nicht, wie sie solche Entscheidungen ohne schlaflose Nächte treffen können. Je mehr Menschen sie um Rat fragen, desto mehr widersprechende Meinungen bekommen sie. Mit den folgenden Punkten kann man jedoch gelassen bleiben.

Versuchen Sie nicht, Ihr immerwährendes Glück zu erzwingen

Niemand von uns weiß heute, was sich morgen ereignen wird. Wir alle verstehen das. Doch bei Karriereentscheidungen versuchen wir doch oft, das Unplanbare zu planen. Sobald Sie im tiefsten Inneren akzeptiert haben, dass Sie mit einer Entscheidung nicht Ihr Lebensglück herbeizaubern können, wird das Entscheiden leichter. Denken Sie daran: Ganz gleich, wie Sie sich entscheiden, Sie werden auch in Zukunft noch die Möglichkeit haben, Ihr Schicksal zu beeinflussen.

 

Entdecken Sie Ihre Motive und Bedürfnisse

Bevor Sie sich entscheiden, sammeln sie alles, was Sie über Ihre eigenen Motive wissen. Was hat Sie in den letzten Jahren am stärksten motiviert: Karriere, Familie, Herausforderung, Anerkennung, Autonomie, Sicherheit oder vielleicht die Möglichkeit zur Gestaltung? Prüfen sie, ob es Ihnen in der Vergangenheit gelungen ist, mit diesen Entscheidungen ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Falls das nicht der Fall war, dann ist es Zeit, mehr auf die eigenen Lebensmotive zu achten. Falls Sie zum Beispiel eine Familie planen, werden sich Ihre Bedürfnisse möglicherweise ändern. Seien Sie in dieser Phase sehr genau. Sind das tatsächlich Ihre Motive oder die, die Sie von anderen übernommen haben?

 

Vermeiden Sie Fehler, aber nicht die unsichere Zukunft

Sobald Sie Ihre Motive und Bedürfnisse kennen, ist die Gefahr, Fehlentscheidungen zu treffen, schon viel kleiner. Wer zum Bespiel weiß, dass er sich nicht gerne mit den zwischenmenschlichen Problemen auseinandersetzt, wird eine Führungsposition nicht annehmen, die viel Konfliktmanagement braucht.  Manchmal werden Sie feststellen, dass Sie widersprechende Bedürfnisse haben. Sie wollen beispielsweise Abenteuer und gleichzeitig Sicherheit. In diesem Fall können Sie versuchen, die unterschiedlichen Seiten miteinander in Verhandlung treten zu lassen. Falls es nicht möglichst ist beide Bedürfnisse zugleich zu stillen, finden Sie vielleicht eine Möglichkeit es hintereinander zu tun. Seien Sie sich aber dabei bewusst, dass Sie nicht jetzt schon alle Eventualitäten berücksichtigen können.

 

Schätzen Sie die Risiken ein, alles beim Alten zu lassen

Manchen Menschen fällt es schwer, etwas Neues zu wagen. Stellen Sie sich vor, Sie hatten zehn Jahre die Position als Abteilungsleiter. Sie kennen Ihr Geschäft, die KollegInnen, die obersten Führungskräfte. Sie fühlen sich kompetent und sicher. Sie werden gefragt, ob Sie eine höhere Führungsposition annehmen möchten. Möglicherweise fallen Ihnen zunächst all die Risiken ein, die in dieser neuen Stelle liegen. Alles, was Sie nicht wissen oder kennen, entwickelt sich in Ihrem Kopf zum Desaster. Fragen Sie sich selbst, wie wahrscheinlich es ist, dass jeweils die schlimmste Variante wahr wird. Denken Sie auch daran: Nicht nur im Neuen gibt es Risiken. Auch wenn Sie in Ihrer jetzigen Position bleiben, sind Entwicklungen vorstellbar, die Ihnen schaden können.

 

Verbinden Sie Ihre Gedanken und Ihre Gefühle

Die Gedanken helfen Ihnen, rationale Argumente für oder gegen den jeweiligen Weg zu sammeln. Sie können Bezahlung, Arbeitszeiten, Entwicklungsmöglichkeiten oder erreichbare Abschlüsse von zusätzlichen Ausbildungen vergleichen. Vergessen Sie bei aller Analyse aber nicht Ihr Gefühl. Welcher Weg bringt Sie ins Schwärmen? Wovon haben Sie schon immer geträumt? Was ist Ihnen ein Herzensanliegen?

Für die Entscheidung von Karriereschritten braucht es sowohl das Denken als auch das Fühlen. Sie werden möglicherweise jahrelang mit den Konsequenzen Ihrer Entscheidung leben. Entscheiden Sie sich für das, wonach Ihr Herz ruft – außer es sprechen rationale Gründe dagegen. Machen Sie es keinesfalls umgekehrt. Die Freude, die Lust, das Interesse und die Neugier sind die verlässlicheren Wegweiser.

 

Hören Sie auf Ihr Herz, aber nicht auf Ihre Dämonen

Kennen Sie solche innere Stimmen: Das steht mir nicht zu. Das werde ich niemals schaffen. Das muss ich jedenfalls erreichen, sonst bin ich ein Niemand. Die anderen machen das auch so. Niemand wird mich mehr mögen. Alle werden mich toll finden. Wer A sagt, muss auch B sagen. Solche inneren Stimmen stelle ich mir gerne als Dämonen vor. Sie geben vor, unser Bestes zu wollen, aber in Wahrheit trennen sie uns von dem, was uns guttut. Dämonen versprechen Ruhm, Sicherheit, Reichtum und Glück wie Drogendealer, die den ultimativen Kick oder die totale Entspannung versprechen.

Lassen Sie die Dämonen reden, aber hören Sie ihnen nicht zu. Die inneren Stimmen, auf die Sie achten sollen, sind wohlwollend und großzügig. Sie können in Ihrer Entscheidung gelassen bleiben, wenn Sie auf Ihre Bedürfnisse und Motive achten und den verführerischen Stimmen nicht nachgeben. Wenn Sie sich anderen Menschen anvertrauen: Sprechen Sie nur mit Menschen über anstehende Entscheidungen, die für die Dauer des Gesprächs die eigenen Bedürfnisse und Ängste vergessen können, damit Sie durch den Rat anderer nicht weiter verwirrt werden.  Wenn Sie das beachten, werden Sie mehr Sicherheit bei Karriereentscheidungen bekommen.

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